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Abschiedsfeier und Menuplan für die Zukunft (Elisabeth Rohner)

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Das war einmal: Elisabeth Rohner brütet über der Buchhaltung

Am 7.7. feiert Elisabeth Rohner ihre ganz persönliche Party. Es ist just ihr Geburtstag, an dem sie das Kirchengut an ihre Nachfolgerin übergibt. Honoratioren von Kirchenpflege, Rechnungsprüfungskommission und Bezirksrat werden anwesend sein. Anschliessend geht’s ab ins Appenzell.

Richtig Heimweh habe sie, zimli glii werde sie für ein paar Tage nach Heiden fahren. „Von dort aus werde ich die Orte meiner Kindheit besuchen, den Schulweg ablaufen, in die Eggli hocken, wo ich einst spielte. Die Gegend hat einen grossen Vorteil: Es hat sich wenig geändert, das meiste ist nicht zubetoniert. Es stehen immer noch dieselben Bäume da, von denen wir als Kind Birnen geklaut haben.“

Die Reise zurück zu den Wurzeln sei Teil eines „Menuplans“, den sich Elisabeth für die Zeit nach dem Rücktritt zusammengestellt hat. „Ich freue mich, dass meine Agenda in Zukunft nicht mehr so voll ist. Doch Hängephasen möchte ich vermeiden. Ich möchte nicht in ein Loch fallen. Deshalb schreibe ich mir auf, was ich monatlich, wöchentlich, täglich tun will. Die Reise gehört dazu, das Pflegen von Freundschaften, Besuche. Ein paar Mal war ich jetzt schon mit einer Freundin an Konzerten in der Tonhalle. Das ist etwas, was mich freut und mir gut tut. Ansonsten lueged mer eifach emal, was noch kommt. Es entstehen ja ganz neue Blickwinkel, irgendwie war ich schon gefangen im Kirchengut. Es ist jetzt auch Zeit, mich davon zu befreien.“

Lebenslanges Lernen
Wenn die Rede vom lebenslangen Lernen irgendwo passt, dann bei der 78-Jährigen. Auch die achtzehn Jahre in der Kirchenpflege hat sie als einen grossen Lernprozess erlebt. „Ich habe gelernt, mit der eigenen Meinung nicht hinterm Berg zu halten. Einmal sagte jemand zu mir: ‚Hä, so säg s doch au!’ Das habe ich mir zu Herzen genommen. Als Einzelkind habe ich mit sechzig Jahren angefangen, eine Streitkultur zu entwickeln. Ich habe auch gelernt, Kompromisse zu machen, festzustellen: Ah, so kann man’s auch sehen, das hat auch seine Berechtigung.“

Überhaupt war die Zeit in der Pflege für Elisabeth „ein Geschenk“: „Mein Horizont hat sich enorm erweitert. Anfangs dachte ich, ich gehe jetzt da rein und sag denen einmal, wo’s lang geht. Damals verstand ich mich als Kirchen-Erhalterin. Doch dann wurde ich zu meinem eigenen Erstaunen zur Kirchen-Entwicklerin. Das brauchte Jahre. Ich bin von meinem Naturell her erdverbunden, bäuerlich. Ich weiss, dass es seine Zeit dauert von der Saat bis zur Ernte. Man muss warten können, ohne den Mut sinken zu lassen. Wenn ich daran denke, was es damals gab, wogegen ich mich zuerst sträubte... Dass man in der Kirche Kerzen anzündet oder ein Kyrie singt – das hielt ich damals alles für katholisch, heute ist es selbstverständlich.“

Früher ging Elisabeth selten z Chile. Als Mitglied der Pflege hatte sie dann den Eindruck, das gehöre dazu, und wenn sie etwas kritisieren wolle, dann müsse sie’s auch gehört haben. Heute geht sie gern. „Es gibt manche Reiztexte, die mich immer noch verruckt machen. Die Geschichte mit den Talenten, mit denen man geschäften soll, ist so eine. Oder die Arbeiter im Weinberg, die alle denselben Lohn bekommen, obwohl sie nicht gleich lang gearbeitet haben. Aber es ist schon gut, wenn man mit solchen Geschichten immer wieder konfrontiert wird.“

Etwas möchte sie auch noch lernen – die verschiedenen Möglichkeiten des Internets zu nutzen! „Das ist einfach“, sage ich. Elisabeth: „Das sagen alle!“ Wir suchen dann auf www.heiden.ch nach einem geeigneten Hotel. Sie muss zugeben, es ist keine Hexerei. Schon wieder etwas gelernt. Man wünscht ihr eine wunderschöne Geburtstagsfeier. Sie hat sie sich redlich verdient. Und eine gute Reise zurück zu den Ursprüngen!

Andreas Fischer

Erschienen in: Gemeindeseite Nr. 14 vom 11.7.2008

 
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