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Diana Rieger (Die neue Präsidentin)

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Seit drei Jahren ist Diana Rieger Mitglied unserer Kirchenpflege, nun ist sie zur Präsidentin gewählt worden. Voilà ein paar Einblicke in ihr bisheriges Leben, das die Erfahrung der Wende, den Umzug in die Schweiz, eine Dissertation, drei Geburten und vieles mehr beinhaltet.

Aufgewachsen ist Diana in einem kleinen Dorf in der Nähe von Leipzig. Riegers waren die einzigen, die ihre Kinder taufen liessen. «Meine Oma war gläubig, meine Eltern eigentlich nicht so, Tischgebete wurden bei uns keine gesprochen, aber mein Vater bezahlt heute noch Kirchensteuern, für alle Fälle, wie er sagt.» Repressionen durch das DDR-Regime gab es kaum, nur einmal, kurz vor der Wende, erhielt Diana einen Zettel des tiefroten Schuldirektors. Ihre Eltern schauten nicht die ostdeutsche «Aktuelle Kamera», sondern die westdeutschen Sender. Entsprechend war ihre Sicht auf das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens vom 3./4. Juni 1989 eine andere als jene der offiziellen Berichterstattung. Diana, damals elf Jahre alt, verfasste einen von dieser Sicht beeinflussten Artikel für die Wandzeitung der Schule. Das kam nicht gut an. Auf dem Zettel des Direktors war 1. die Frage zu lesen, woher die Informationen stammen, und 2. eine sogenannte «Richtigstellung». Der Direktor unterrichtete «Staatsbürgerkunde», nach der Wende unterrichtete er merkwürdigerweise weiter, «Gesellschaftskunde» hiess das Fach nun, dessen Inhalt, wie Diana mit leiser Ironie bemerkt, ein komplett anderer war. Die Wende brachte neue Freiheiten, dafür, sagt sie, sei sie dankbar, «nicht für die Konsumfreiheit, aber für die Meinungs- und Glaubensfreiheit».

Der Geist der Freiheit
Mit der Kirche verbinden sie frühe positive Erinnerungen: «Der Pfarrer, der alle Dörfer ringsum betreute, kam jeweils mit seinem Trabi gefahren, sammelte die Kinder ein und brachte sie ins Pfarrhaus. Dort erwartete uns eine kugelrunde, sehr liebe Pfarrfrau, es wurde gespielt, ich konnte mitmachen, wenn ich wollte, aber ich musste nicht, ich konnte auch einfach allein in einer Ecke sitzen und spielen, es war ein ganz anderer Geist als im Kindergarten, wo Individualität nicht so gefragt war.»
Später, als Diana in Jena studierte, gehörte sie zu einer Gemeinde, in der tolle Jungendarbeit geleistet wurde. In den Gottesdiensten spielte eine Band, ein Chor sang, viele gestalteten mit, man wurde einbezogen, und sei’s nur beim Einsammeln der Kollekte.
Schon als Jugendliche wusste Diana, dass sie Psychologie studieren würde. Sie wollte wissen, wie der Mensch – sein Denken, seine Wahrnehmung, sein Fühlen, sein Handeln – funktioniert. Zwar stellte sie während des Studiums fest, dass die Professoren das auch nicht wissen, aber spannend war es allemal. Wer weiss, vielleicht wäre die inzwischen doktorierte Diana noch immer an der Uni, wäre ihr nicht auf einer Geburtstagsparty Christian begegnet, der in Dresden Maschinenbau studiert hatte und damals schon aus beruflichen Gründen nach Zürich umgezogen war. Am Tag nach der Party fragte Diana bei gemeinsamen Bekannten nach seiner E-Mail Adresse, doch das erwies sich als unnötiges Unterfangen – Christian hatte die ihre schon herausgefunden. Bald darauf wurde Diana schwanger, während der Schwangerschaft führten sie und ihr Partner eine Fernbeziehung, nach Leas Geburt – man schrieb das Jahr 2006 – kam sie mit dem Kind in die Schweiz.
Sehr freundlich seien sie hier empfangen worden, erinnert sie sich, «von den medial aufgebauschten Spannungen zwischen Schweizern und Deutschen haben wir nichts gespürt, im BGZ-Block hatten wir wunderbare Nachbarn – zu denen übrigens der Kirchenpflegepräsident der katholischen Pfarrei St. Gallus, Paul Hug gehörte». Unvergesslich bleibt der erste Spaziergang das Ruppertswegli hoch zur Ziegelhütte, als sich zwei ältere Damen anerboten, den Kinderwagen zu schieben.

«Kirche, die allen etwas bietet»
Unterdessen sind zwei weitere Kinder zur Welt gekommen, Samuel 2008, Hanna 2012. Die Familie ist in eine der hellen, grossräumigen Wohnungen der neuen VITASANA-Überbauung an der Luegislandstrasse gezogen, Christian hat als Programmierer einen super Job in einer super Firma, Diana hat, gemeinsam mit einer Jugendfreundin, die es nach Oerlikon verschlagen hat, einen Schrebergarten im Auzelg, Lea und Samuel sind hier eingeschult und switchen blitzschnell und beliebig zwischen Sächsisch und Schweizerdeutsch, Schwamendingen mit seinen Spielplätzen und Grünflächen ist für Familien ein wunderbares Wohnquartier– «man sieht», resümiert Diana das Argumentarium, «wir wollen nicht morgen wieder weg».
Auf der Basis dieser Beheimatung im Quartier stellte sich Diana für das Amt der Kirchenpflegepräsidentin zur Verfügung. Die Aufgabe ist anspruchsvoll, Diana verbringt viel Zeit mit Aktenlesen, der Bearbeitung von Postbergen, der Einarbeitung in die komplexe Thematik des anstehenden Reformprozesses. Nach ihren Visionen befragt meint Diana in der für sie typischen nüchternen Art, zunächst gelte es, sich mit den Realitäten vor Ort vertraut zu machen. Das Ziel einer «Kirche, die allen etwas bietet», möchte die neue Präsidentin aber trotz aller Kleinarbeit nicht aus den Augen verlieren: «Wir sollten da sein für Familien mit kleinen und grösseren Kindern, für Berufstätige, für Betagte usw. – und das ist meiner Meinung nach in grösseren Einheiten einfacher zu bewerkstelligen. Insofern sehe ich im Reformprozess auch eine grosse Chance.»

Andreas Fischer

Erschienen in: Gemeindeseite Nr. 14 11. Juli 2014

 
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